Kommt zu den Aktionen von Stopp Air Base Ramstein 2018

Die Welt gerät immer mehr aus den Fugen und Kriege sind wieder ein Mittel der Politik. Dabei geht Tag für Tag von deutschem Boden Krieg aus. Bei den weltweiten Kriegen spielt die Air Base Ramstein eine Schlüsselrolle. Daher ruft Reiner Braun (Vorstand NatWiss) dazu auf, für den Frieden zu demonstrieren und sich bei den Aktionen 2018 der Kampagne Stopp Air Base Ramstein zu beteiligen.

Weitere Informationen zu der Aktionswoche vom 23. Juni bis 1. Juli auf www.ramstein-kampagne.eu.

 

Wissenschaft zwischen Krieg und Frieden: Was können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für den Frieden tun?

Aktuelle Aufrüstungstendenzen, Krisen und Gewaltkonflikte gefährden die Voraussetzungen für eine sichere, friedliche und nachhaltige Welt.

Hohe Rüstungsausgaben, zunehmender Waffenhandel und der Vormarsch neuer Militärtechnologien heizen die Konfliktherde in verschiedenen Regionen der Erde an.

Für die Wissenschaft stellt sich unter dem Eindruck unzureichender Reformen an den Universitäten, dem Fehlen öffentlicher Gelder und der zunehmenden Drittmittelabhängigkeit von Forschung und Lehre die Frage nach ihrer Verantwortung:

  • Welche Rolle spielt Wissenschaft bei dieser weltweiten Militarisierung?
  • Was kann Wissenschaft zur Friedenssicherung und Friedensgestaltung beitragen?
  • Welche Verantwortung tragen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und was kann jede(r) Einzelne zum Frieden beitragen?

Ohne Wissenschaft und Technik sind die Kriege unserer Zeit und die Entwicklung neuer Waffensysteme und Rüstungstechnologien unmöglich. Es waren Wissenschaftler und Ingenieure, die die Atombombe entwickelten.

Aber auch das Engagement von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für den Frieden hat eine lange Tradition. Für diese stehen Namen wie Albert Einstein, Joseph Rotblat oder Marie Curie. Wir wollen mit diesem Kongress an eine lange Tradition des Friedensengagements in den Wissenschaften anknüpfen und für mehr und intensivere aktuelle Einmischung für den Frieden werben.

Wir bitten um Anmeldung unter info[at]natwiss.de

Programm (zum Vergrößern bitte die Bilder anklicken):

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EU Money for military research?

WissenschaftlerInnen, AkadamikerInnen und ForscherInnen rufen die EU auf, nicht in Militärforschung zu investieren. Unterzeichnen Sie den Aufruf unter: https://www.researchersforpeace.eu/form/researchers-pledge-form


The EU has set up a military research programme for the first time this year, with the objective of helping to preserve the competitiveness of the arms industry. The so-called Preparatory Action on Defence Research (PADR) allocates a total sum of 90 million euros to military research projects over a three-year period up to 2020.

The EU is prioritising highly controversial research under the PADR, such as the development of robotic weapon systems. Not only will this exacerbate a global race in such technologies, but this could also lead to an increase in arms exports to repressive regimes and fuel conflict. Already EU-made weapons are facilitating violations of international humanitarian law and human rights in a number of conflict zones.

The Preparatory Action is only a first step in paving the way for a full blown European Defence Fund of an estimated 40 billion euros for research and development of military hardware over the next ten years.

We invite all scientists, academics and researchers to sign this pledge and to call on the European Union to stop funding military research programmes.

Europe has a long tradition of innovation and EU research programmes have been shown to be a powerful policy tool. The EU should continue to invest in civilian research areas that benefit Europeans and the rest of the world, helping to solve health and environmental problems, and contributing to stability and equality in society.

Investing EU funds in military research will not only divert resources from more peaceful areas, but is also likely to fuel arms races, undermining security in Europe or elsewhere. The EU, recipient of the Nobel Peace Prize in 2012, should instead fund more innovative and courageous research which helps to tackle the root causes of conflict or contributes to the peaceful resolution of conflict.

Therefore, as a scientist, academic and/or researcher I call on the European Union to refrain from any further steps towards the funding of military research and development programmes.

Sign the pledge here

 

 

Zeitung gegen den Krieg

Die neue „Zeitung gegen den Krieg“ ist erschienen. Sie informiert über friedenspolitische Themen und eignet sich sehr gut, um sie unter FreundInnen und Bekannten zu verteilen.

++ zum Ostermarsches 2018 ++
++ angesichts einer neuen GroKo, die hochrüsten will ++
++ vor dem Hintergrund massiver Kriegstreiberei in London, New York & Brüssel ++
++ erscheint die neue  Zeitung gegen den Krieg (ZgK) ++

  • in einer Zeit, in der die britische Regierung den Mordanschlag auf einen Doppelagenten, bei dem die Täterschaft absolut offen ist, für Kriegshetze instrumentalisiert
  • in einer Zeit, in der sich GroKo IV sich ausdrücklich zur deutschen und EU-Hochrüstung bekennt
  • in einer Zeit, in der die Bundeswehr und andere NATO-Kampfeinheiten an die russische Grenze verlegt werden und die Einkreisungspolitik der Nato gegenüber Russland fortgesetzt wird
  • in einer Zeit, in der der russische Präsident Putin als Reaktion auf die Nato-Hochrüstung seinerseits Hochrüstungsprojekte ankündigt, was jede Bewegung für Frieden kritisieren muss
  • in einer Zeit, in der der NATO-Bündnispartner Türkei mit dem autoritären Erdogan-Regime Krieg gegen die eigene kurdische Bevölkerung und Krieg gegenüber den Kurden  in Syrien führt
  • in einer Zeit, in der sich die Krisentendenzen verschärfen, in der zwischen den USA, EU und China ein Handelskrieg droht, was geschichtlich allzu oft in neuen großen Kriegen – in der Fortsetzung der Weltmarktkonkurrenz mit militärischen Mitteln – mündete

berichtet die neue  Zeitung gegen den Krieg u.a. zu den folgenden Themen: 

  • Der Fall Skripal: Selbst wenn der russische Geheimdienst den Mordanschlag im britischen Städtchen Salisbury begangen hätte, rechtfertigt dies nie und nimmer die aktuelle Kriegshetze (und Nato-„Solidarität“). Fragt man „cui bono“, dann geraten noch ganz andere potentielle Täter ins Blickfeld.
  • 1914 war „Sarajewo“ wenig bekannt. Der Mord dort an einem Erzherzog war dann der Vorwand für den deutsch-österreichischen Start in den I. Weltkrieg. Wer kannte bislang den Ort „Salisbury“?
  • GroKo IV will deutlich mehr für Rüstung ausgeben und „Verantwortung weltweit wahrnehmen“
  • Die EU beschloss im Dezember klammheimlich einen Aufrüstungsautomatismus (PESCO)
  • Die westliche Atommacht Nr. 1, die USA, senken die Schwelle für einen Atomkrieg
  • Deutsche Rüstungsexporte sind Rekord – auch solche in Krisen- und Kriegsgebiete.
  • Die neuen US-Zölle auf einzelne Importe (v.a. Stahl und Aluminium) sind explizit mit Aufrüstung verknüpft: Wer im US-Sinn aufrüstet (und US-Rüstungsgüter ordert), kann sich freikaufen.
  • Indem Trump am 13.3. seinen Außenminister Tillerson feuerte und den CIA-Chef Pompeo zum neuen US-Außenminister ernannte, erhöhen sich die Kriegsgefahren an allen Brennpunkten (Iran, koreanische Halbinsel, Syrien Ukraine/Russland).

Autorinnen und Autoren u.a.: Reiner Braun // Sevim Dagdelen // Wolfgang Gehrcke // Jürgen Grässlin // Xanthe Hall // Heike Hänsel // Willi Hoffmeister // Kristine Karch // Elise Kopper // Marion Küpker // Sabine Leidig // Michael Müller // Karl-Heinz Peil // Tobias Pflüger //  Ulrich Sander // Kerem Schamberger // Heide Schütz // Kathrin Vogler // Winfried Wolf u.a.m.

Acht Seiten im Zeitungsformat // Bezugspreise wie folgt (jeweils zuzüglich Porto & Verpackung):  bei Bestellungen von 1 – 99 Ex.: 25 Cent je Ex. /  bei Best. ab 100 Ex: 15 Cent je Ex.

Bestellungen an: zeitung-gegen-den-krieg@gmx.de oder via Website www.zeitung-gegen-den-krieg.de  Vertrieb ab Mittwoch, dem 21. März 2018.

Aufruf „abrüsten statt aufrüsten“

Prominenter Aufruf aus der Gesellschaft:
abrüsten statt aufrüsten

06.11.2017 Pressemitteilung der Initiative „abrüsten statt aufrüsten“

 – den Aufruf hier unterzeichnen –

In einem deutlichen und dringenden Abrüstungsaufruf wendet sich ein ungewöhnlich breites gesellschaftliches Bündnis an Öffentlichkeit.

Dazu zählen der Nobelpreisträger Paul Crutzen, die Gewerkschaftsvorsitzenden Reiner Hoffmann (DGB), Frank Bsirske (ver.di), Michaela Rosenberger (NGG) und Marlis Tepe (GEW), die Theologin Margot Käßmann, führende Vertreter der Umweltbewegung wie der DNR Vorsitzende Kai Niebert und der BUND Vorsitzende Hubert Weiger, WissenschaftlerInnen wie Gesine Schwan, Ernst Ulrich von Weizsäcker, Frigga Haug und Ulrich Brand, PolitikerInnen aus drei Parteien wie die Abgeordneten des deutschen Bundestages  Ernst Röspel (SPD), Katja Kipping (DIE LINKE.) und Katja Keul (Bündnis90/die Grünen), Kulturschaffende wie Wolfgang Niedecken, Udo Lindenberg und Renan Demirkan sowie AktivistInnen der Friedensbewegung. Sie fordern in Sorge um die zukünftige Entwicklung unseres Landes von der (neuen) Bundesregierung:

Keine Erhöhung der Rüstungsausgaben – Abrüsten ist das Gebot der Stunde

Mit dem Aufruf warnen die UnterzeichnerInnen vor weiterer Aufrüstung und fordern, endlich abzurüsten – nur damit könnten die großen Herausforderungen gelöst werden.

In dem Aufruf heißt es:

Die Bundesregierung plant, die Rüstungsausgaben nahezu zu verdoppeln, auf zwei Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung (BIP). So wurde es in der NATO vereinbart.

Zwei Prozent, das sind mindestens weitere 30 Milliarden Euro, die im zivilen Bereich fehlen, so bei Schulen und Kitas, sozialem Wohnungsbau, Krankenhäusern, öffentlichem Nahverkehr, kommunaler Infrastruktur, Alterssicherung, ökologischem Umbau, Klimagerechtigkeit und internationaler Hilfe zur Selbsthilfe.“

Die mehr als 80 ErstunterzeichnerInnen warnen eindringlich:

„Militär löst keine Probleme. Schluss damit. Eine andere Politik muss her.

Damit wollen wir anfangen: Militärische Aufrüstung stoppen, Spannungen abbauen, gegenseitiges Vertrauen aufbauen, Perspektiven für Entwicklung und soziale Sicherheit schaffen, Entspannungspolitik auch mit Russland, verhandeln und abrüsten.

Diese Einsichten werden wir überall in unserer Gesellschaft verbreiten. Damit wollen wir helfen, einen neuen Kalten Krieg abzuwenden.“

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Aufrufes rufen ab dem heutigen Tage zu einer bundesweiten Unterschriftenaktion (online und offline) auf, die sie mit weiteren Aktivitäten begleiten wollen.

Den Aufruf und zusätzliche Informationen finden Sie auf der Webseite: www.abruesten.jetzt

NatWiss gratuliert ICAN zum Friedensnobelpreis 2017

Die NaturwissenschaftlerInnen Initiative Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit (NatWiss) gratuliert ICAN für den Erhalt des Friedensnobelpreises 2017

Der Nordkorea-Konflikt mit einer immer schärfer werdenden Kriegsrhetorik verdeutlicht die Notwendigkeit atomarer Abrüstung auf „Null“. Dafür steht ICAN und der diesjährige Friedensnobelpreis ist dafür ein wichtiges Zeichen. Er honoriert die 10-jährige Arbeit von ICAN und der weltweiten Friedensbewegungen gegen die atomare Bedrohung in der Welt.

Die Bundesregierung ist nun mehr denn je aufgefordert, sich endlich an den Verhandlungen zum Verbotsvertrag zu beteiligen und ihn, wie es bereits mehr als 50 Staaten getan haben, zu unterzeichnen. Als weiteren Schritt müssen die US-Atombomben aus Deutschland abgezogen werden. Dies kann die Bundesregierung durch eine Aufkündigung des Liegenschaftsabkommens erwirken.

Berlin, den 06.10.2017
Pascal Luig, Vorsitzender
Lucas Wirl, Geschäftsführer

Laden Sie hier die pdf herunter: NatWiss gratuliert ICAN_171006

Zum Tode von Professor Peter Starlinger – Gedanken zur Erinnerung an einen großen Streiter für den Frieden

Von Helmut Aichele und Reiner Braun
Finden Sie hier Fotos

Am 1. September 2017 starb Peter Starlinger. Er setzte seinem Leben selbst ein Ende.

Am 18.03, 1931 in Freiburg/Breisgau geboren wurde er 86 Jahre alt. Bis zu seiner Pensionierung war er Direktor des Instituts für Genetik der Universität Köln, ausgezeichnet mit hohen wissenschaftlichen Preisen wie den Robert-Koch-Preis und der Otto-Warburg Medaille. Er genoss national und international hohes wissenschaftliches Ansehen.

Peter Starlinger war einer der prägenden Persönlichkeiten der Friedensbewegung der 80. Jahre.

Als Initiator des Krefelder Appels gegen die neuen Atomwaffen, der mit 5 Millionen immer noch größten Unterschriftensammlung in der Geschichte der BDR, prägte und unterstützte er in leitender Position und mit großem Engagement die Entwicklung der Anti-Atomwaffen Bewegung.  Er sprach auf den großen Friedensdemonstrationen im Hofgarten, auf den Ostermärschen aber auch und immer wieder bei den vielen kleinen Veranstaltungen der Friedensinitiativen, der Kirchen und Gewerkschaften. Niemals zweifelte er an dem Sinn und  der Notwendigkeit der Aufklärung der Menschen über die Gefahren der Atomwaffen. Aufklärung und Wissen war für ihn die Basis auch für das friedenspolitische Engagement von vielen.

Der Abschaffung der  Atomwaffen  widmete er sein gesellschaftliches Engagement – gerade und besonders als Wissenschaftler. Wissenschaft ist nicht nur verantwortlich, für das sie tut, sondern auch was sie widerstandslos  hinnimmt. Ein Gedanke, der ihn  aus seiner wissenschaftlichen Arbeit, seinen Erfahrungen des 2. Weltkrieges und seinem gesellschaftlichen Wirken prägte

„Soll der Naturwissenschaftler sich in den großen Fragen der Zeit zu Wort melden“ fragte Peter Starlinger in seinem Eröffnungsbeitrag auf dem Mainzer Kongress „Naturwissenschaftler warnen vor neuer Atomrüstung“ Anfang Juli 1993 in Mainz. Leidenschaftlich beantwortet er diese Frage für sich mit JA, im doppelten Sinne: WisssenschaftlerInnen sollten sich als StaaatsbürgerInnen engagieren und mit ihrer wissenschaftlichen Expertise in gesellschaftliche Auseinandersetzungen eingreifen. Er warb für dieses JA in der Scientific Community.

Beispielhaft lebte er dieses Engagement vor: in der Entwicklung und Gründung der Naturwissenschaftlerinitiative für den Frieden, besonders in der von ihm geprägten Vorbereitung des Mainzer Kongress gegen die neuen Atomwaffen aber auch bei den Kongressen zu den chemischen und biologischen Waffen. Er initiierte mit anderen Kollegen den damals bahnbrechenden Kongress in Mainz. Seine ganze Kraft steckte er in dessen Gelingen. Der dort verabschiedet Mainzer Appell wurde maßgeblich von ihm beeinflusst.

Immer waren diese nationalen Kongresse durch beteiligten ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler  international, aber die Internationalität gewann den Durchbruch durch den von dem Gorbatschowschen Veränderungen klimatisch geprägte internationalen Kongress „Ways out oft he arms race“ 1986 in Hamburg, Erstmals unterbreiteten Naturwissenschaftler konkrete Abrüstungsvorschläge in der ganzen Vielfalt und Breite der Bedrohungen. Einiges findet sich in den internationalen Vertragssystemen der Endphase des „Kalten Krieges“ wieder.

Es waren aber nicht nur die großen, öffentlichkeitswirksamen und Medienintensiven Kongressen, es war seine tagtägliche friedenspolitische Klein und Kernerarbeit, die Peter Starlinger auszeichnete. So auch die Gründung der Naturwissenschaftler Friedensinitiative, der Verantwortung und Leitung er von Anfang an in jüngere Hände legte. Er konnte sich auch immer wieder zurückziehen, war dieser Rückzug auch manchmal durch kontroverse Diskussionen über Wissenschaft und Verantwortung mit geprägt. Mut zur Kontroverse zeichnete ihn aus.

Alle die Jahre traf Frau und Mann Peter immer wieder bei den Aktionen der Friedensbewegung, Dieser fühlte er sich bis zum Schluss eng verbunden. Wissenschaft und Frieden waren seine Leidenschaft, er hat sie intensiv, glaubwürdig und engagiert gelebt.

Auch wenn wir ihn in den letzten Jahren, ja im letzten Jahrzehnt  seltener sahen, weniger Möglichkeiten  hatten, mit ihm zu diskutieren und zu streiten – er wird uns fehlen, als Persönlichkeit, die uns immer erinnerte, dass Frieden und Wissenschaft  Engagement erfordert und dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler historisch unverzichtbar waren und aktuell immer noch sind, wenn der Frieden in unsicheren und gefährlichen Zeiten gesichert werden soll.

Lieber Peter, Du hast uns in all den Jahren beeinflusst und geprägt. Wir werden  auch in Deinem Sinne weiter wirken.